Es begann als Abkürzung im Jahr 1882. Die New York, Chicago and St. Louis Railroad Company – besser bekannt unter ihrem Spitznamen „Nickel Plate Railroad“ – begann mit dem Rangieren von Stahl zwischen Buffalo und Chicago. Der Name geht auf den Fünf-Cent-Fahrpreis zurück, der für die Überquerung der Brücke über den Niagara River erforderlich ist.
Aber die Strecke war nicht für Passagiere gebaut. Es wurde für die Hebelwirkung gebaut.
William H. Vanderbilt sah die Gleise parallel zu seiner eigenen Lake Shore- und Michigan Southern-Linie zwischen Buffalo und Cleveland verlaufen. Er wollte keine Konkurrenz. Im selben Jahr erwarb er die Kontrolle über Nickel Plate. Das Ziel war einfach: seine Rivalen durch die Kontrolle der Infrastruktur, die sie für den Warentransport benötigten, unter Druck zu setzen.
Die Van Sweringen-Strategie
Das Unternehmen driftete jahrzehntelang. Dann kamen die Brüder Van Sweringen.
Diese Cleveland-Entwickler waren mit dem Bau des Vororts Shaker Heights beschäftigt. Sie brauchten eine zuverlässige Verkehrsanbindung in die Innenstadt. Sie betrachteten Nickel Plate nicht nur als Eisenbahn, sondern als strategischen Vorteil. 1916 gliederten sie es in ihr wachsendes Reich ein.
Sie ernannten John J. Bernet zum Präsidenten. Bernet verwaltete nicht nur die Züge. Er modernisierte sie. Er sanierte die veraltete Infrastruktur und verwandelte eine angeschlagene Linie in eine Profitmaschine.
Die Brüder hörten hier nicht auf. Sie verwendeten Nickelplatten als Nabe, um kleinere Leitungen aufzunehmen. Das Netzwerk expandierte aggressiv.
Ein Netzwerk vom Atlantik bis zu den Großen Seen
Mitte des 20. Jahrhunderts sah die Karte ganz anders aus.
Nickel Plate kontrollierte über 1.700 Meilen Gleise. Das war nicht mehr nur eine einzelne Zeile. Es war ein verbundenes System, das sich über mehrere Staaten erstreckte:
- Buffalo, New York
- Wheeling, West Virginia
- Chicago, Illinois
- St. Louis, Missouri
Warum war das wichtig? Weil dadurch eine alternative Route für den Güterverkehr zwischen dem industriellen Mittleren Westen und der Ostküste geschaffen wurde. Es umging wichtige Staupunkte. Es bot den Versendern Optionen.
Das Ende einer Ära
Die Unabhängigkeit dauerte bis 1964.
In diesem Jahr fusionierte Nickel Plate mit der Norfolk and Western Railway. Der Deal verschaffte Norfolk und Western einen enormen Vorteil. Ihr Netzwerk erstreckte sich vom Atlantik bis zu den Großen Seen.
Die Nickel Plate Railroad existierte nicht mehr als eigenständige Marke. Seine Spuren blieben jedoch lebenswichtig. Sie wurden Teil einer größeren Maschine, die Kohle, Stahl und Getreide über den Kontinent transportierte.
Die Vision der Brüder von einem vernetzten Transit- und Güterverkehrskorridor wurde wahr. Doch die Unabhängigkeit, die sie sich dadurch erkauften, war nur von kurzer Dauer. Die Eisenbahnindustrie konsolidierte sich. Ein eigenständiger Betreiber zu sein wurde zu einer Belastung.
Was passiert mit einem regionalen Netzwerk, wenn es sich einem nationalen Giganten anschließt? Die Effizienz verbessert sich oft. Die Marke verblasst. Die Gleise laufen weiter.