Die Erzählung vom „Selfmade“-Milliardär ist kraftvoll und befeuert den amerikanischen Traum. Doch ein genauerer Blick auf die Daten offenbart eine differenziertere Wahrheit. Laut Forbes erlangten etwa 73 % der US-Milliardäre ihr Vermögen durch die Gründung oder Mitgründung von Unternehmen, doch der Begriff „selbstgemacht“ verschweigt entscheidende Vorteile, die viele von ihnen besaßen. Dies soll nicht dazu führen, dass ihre Erfolge geschmälert werden – der Aufbau eines milliardenschweren Unternehmens erfordert enorme Anstrengungen –, sondern die romantisierte Vorstellung in Frage zu stellen, dass es beim Erfolg nur auf den Mut des Einzelnen ankommt.
Das Equity-Spiel: Wie Milliardäre tatsächlich ihr Geld verdienen
Der Hauptfaktor für das Vermögen eines Milliardärs ist nicht das Gehalt; es ist Eigenkapital. Gründer wie Mark Zuckerberg, Mitbegründer von Facebook (jetzt Meta Platforms), wurden nicht durch einen Gehaltsscheck reich. Sein Nettovermögen von 200 Milliarden US-Dollar ist an seinen 13-prozentigen Anteil an einem 1,5 Billionen US-Dollar schweren Unternehmen gebunden. Dies unterstreicht eine wichtige Tatsache: Milliardär zu werden bedeutet nicht nur, ein Unternehmen zu gründen; Es geht darum, einen erheblichen Anteil an einem überaus erfolgreichen Unternehmen zu besitzen.
Timing, Innovation und die Rolle des Glücks
Erfolg erfordert mehr als harte Arbeit. Der Zeitpunkt der Gründung eines Unternehmers ist von enormer Bedeutung. Der Dotcom-Boom der 1990er Jahre und der aktuelle KI-Aufschwung eröffneten Möglichkeiten für einen schnellen Vermögensaufbau. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und Zugang zu wachsenden Märkten zu haben, ist oft genauso wichtig wie die Innovation selbst. Während brillante Ideen unerlässlich sind, spielen Glück und Marktbedingungen eine wichtige Rolle.
Der Mythos „aus dem Nichts beginnen“
Die „Vom Tellerwäscher zum Millionär“-Geschichten – Oprah Winfrey, Larry Ellison – verstärken den selbstgeschaffenen Mythos. Winfrey stieg aus der Armut zum Medienmogul auf, während Ellison nach Gelegenheitsjobs Oracle aufbaute. Allerdings handelt es sich bei diesen Fällen um Ausnahmen. Viele Milliardäre profitieren von einem finanziellen Vorsprung, sei es durch Familienvermögen oder den Zugang zu Elitebildung.
Privileg und Chance
Finanzielle Stabilität ermöglicht es Unternehmern, Risiken einzugehen, die sich diejenigen, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, einfach nicht leisten können. Der Besuch erstklassiger Universitäten bietet Networking-Möglichkeiten und Zugang zu Fördermitteln, die für viele nicht zugänglich sind. Diese Vorteile sind nicht unbedingt schädlich; Sie sind strukturelle Realitäten der Vermögensbildung.
Das Fazit: Erfolg hat viele Facetten
Die Bezeichnung „selbst gemacht“ ist oft irreführend. Während Unternehmertum ein häufiger Weg zum Milliardärsstatus ist, ist es selten eine rein individuelle Leistung. Glück, Timing, Marktkräfte und bestehende Vorteile tragen alle dazu bei. Das Erkennen dieser Komplexität entkräftet nicht die harte Arbeit von Milliardären, stellt jedoch die vereinfachende Erzählung in Frage, die besagt, dass jeder seinen Erfolg allein durch Willenskraft wiederholen kann.
