Steve Witkoff steckt mitten in einer Verhandlung, bei der viel auf dem Spiel steht. Als Sondergesandter von Präsident Donald Trump für den Nahen Osten ist er der Hauptarchitekt des jüngsten Vorstoßes zur Aushandlung eines Atomabkommens mit Teheran. Der Zeitplan ist eng. Bis April 2025 hatte sich Witkoff bereits in die Gespräche eingebracht und schnell die Grenzen eines möglichen Deals definiert.
Die Botschaft des Weißen Hauses war unverblümt. In einem Interview in der ABC-Sendung „This Week“ im Mai legte Witkoff die nicht verhandelbaren Bedingungen dar. Er ließ keinen Raum für Unklarheiten. Es gibt eine sehr, sehr klare rote Linie. Es ist eine Bereicherung. Die USA können nicht zulassen, dass Iran auch nur 1 Prozent seiner Anreicherungskapazitäten behält.
Diese Forderung traf in Teheran einen Nerv. Iran lehnte die Forderung öffentlich ab. Sie gaben nicht nach. Sie waren nicht einverstanden. Dennoch gingen die Gespräche weiter.
Warum sollten beide Seiten weiter reden, wenn eine Kernforderung abgelehnt wurde? Es deutet auf eine komplexe Dynamik hin, bei der die rote Linie eher ein Ausgangspunkt für eine Hebelwirkung als ein absoluter Dealbreaker sein könnte. Oder vielleicht wächst anderswo der Druck auf den Iran und zwingt ihn, trotz der öffentlichen Entlassung die Tür offen zu halten. Die 1-Prozent-Grenze ist spezifisch. Es handelt sich um eine technische Kennzahl, die politisches Gewicht hat. Dies impliziert eine nahezu vollständige Abschaffung des iranischen Urananreicherungsprogramms, eine erhebliche Eskalation gegenüber früheren Vereinbarungen, die eine begrenzte zivile Anreicherung erlaubten.
Die Beharrlichkeit des Dialogs ist hier die wahre Geschichte. Eine Ablehnung beendet in der Regel die Verhandlungen. Fortsetzung schlägt Berechnung vor.






















