Debs, der Pullman-Streik und die Geburt des amerikanischen Sozialismus

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Eugene V. Debs hatte nicht vor, die Welt zu verändern. Er versuchte nur, seine Gewerkschaft stark zu halten.

1894 war er Präsident der American Railway Union (ARU). Die Gruppe war mächtig. Es repräsentierte etwa ein Drittel aller Pullman-Arbeiter im ganzen Land. Anfang des Jahres, im April, hatte die ARU einen Sieg gegen die Great Northern Railway Company errungen. Der Schwung war auf ihrer Seite.

Dann kam der Pullman-Streik.

Die ARU stimmte für die Unterstützung der Arbeiter der Pullman Palace Car Company. Diese einfache Abstimmung verwandelte einen lokalen Arbeitskonflikt in eine nationale Krise. Debs wurde de facto zur Anführerin einer Bewegung, die sich von Chicago bis zur Westküste erstreckte. Züge hielten an. Die E-Mail wurde gestoppt. Das Land kam zum Stillstand.

Debs war kein Fan von Chaos. Er warnte vor der Gewalt, die während der Streiks ausbrach. Er warnte seine Mitglieder. Die Warnungen haben die Zusammenstöße nicht gestoppt. Sie haben die Regierung auch nicht aufgehalten.

Die Gerichte schritten ein. Es wurde eine einstweilige Verfügung erlassen. Debs wurde wegen Missachtung des Gerichts wegen Verstoßes gegen diese Anordnung angeklagt. Die rechtliche Falle war eng. Er ging ins Gefängnis.

Die Strafe betrug sechs Monate.

Seine Anwälte kämpften bis zum Äußersten. Der Oberste Gerichtshof der USA verhandelte den Fall im Jahr 1895. Die Entscheidung im Fall In re Debs war entscheidend. Das Gericht bestätigte die einstweilige Verfügung. Sie bestätigten die Verurteilung. Debs hat verloren.

Aber der Verlust hat ihn verändert.

In dieser Gefängniszelle hörte Debs auf, Probleme durch die Linse traditioneller Gewerkschaftsverhandlungen zu betrachten. Er begann tiefer zu schauen. Das System, das ihn ins Gefängnis schickte, schien nicht allein durch Tarifverhandlungen zu lösen. Es schien vom Design her kaputt zu sein.

Während dieser sechs Monate befürwortete er den Sozialismus.

Es war keine plötzliche Konvertierung. Es war eine Erkenntnis, die aus einer juristischen Niederlage und politischem Druck entstand. Die Mittel, mit denen er gegen die Great Northern Railway gewonnen hatte, waren hier versagt. Die Bundesregierung hatte sich auf die Seite des Kapitals gestellt.

Debs verließ das Gefängnis als ein anderer Mann. Die ARU war praktisch tot, niedergeschlagen durch die einstweilige Verfügung des Bundes. Aber die Ideologie, die er in dieser Zelle aufgriff, sollte den Rest seines Lebens bestimmen. Er hatte gelernt, dass das Gewinnen eines Streiks nicht dasselbe ist wie das Gewinnen von Macht.

Der Streik scheiterte. Debs verlor vorübergehend seine Freiheit. Aber er hat einen neuen Weg gefunden. Eines, das dazu führen würde, dass er fünf Mal mit der Kandidatur der Sozialistischen Partei für das Präsidentenamt kandidiert. Alles begann mit einer sechsmonatigen Haftstrafe und einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die besagte, dass die Regierung die Gerichte nutzen könne, um eine Arbeiterbewegung zu brechen.

Die Geschichte erinnert oft an die Gewalt. Es erinnert an die Truppen. Die Zelle wird selten erwähnt. Aber die Zelle war der Ort, an dem der eigentliche Wandel stattfand.