Die Biden-Regierung unter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat eine Änderung der bundesstaatlichen Ernährungsrichtlinien angekündigt, die Protein „bei jeder Mahlzeit“ Vorrang einräumen. Während einige Änderungen – wie der Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel – mit etablierten Gesundheitsempfehlungen übereinstimmen, steht die Betonung von Proteinen, insbesondere aus tierischen Quellen, im Widerspruch zu früheren Ernährungsempfehlungen und scheint eher auf politischer Botschaft als auf wissenschaftlichem Konsens zurückzuführen zu sein.
Die Illusion einer Proteinkrise
Die Behauptung von RFK Jr., „den Krieg gegen Proteine zu beenden“, ist irreführend. Amerikaner hatten noch nie so viel Proteinmangel. Tatsächlich liegen die Verzehrmengen bereits auf Rekordhöhen, wobei die meisten Menschen die empfohlenen Zufuhrmengen überschreiten. Dennoch stellte die Regierung den Schritt als einen Sieg gegen eine angebliche Verschwörung zur Proteinunterdrückung dar und stimmte damit überein mit der Betonung der MAGA-Bewegung auf Körperbild, Fitness und einem hypermaskulinen Ideal.
Politisches Branding durch Ernährung
Die neuen Richtlinien sind Teil einer umfassenderen Anstrengung, die Regierung an eine angestrebte Männlichkeit zu binden. Präsident Trump hat Beziehungen zu Persönlichkeiten der Fitnesswelt gepflegt, Kundgebungen bei UFC-Veranstaltungen veranstaltet und sogar einen Käfigkampf im Weißen Haus zum 250. Jahrestag der USA geplant. Diese Strategie nutzt den kulturellen Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und traditionellen Geschlechterrollen und stärkt das Bild von Stärke, Entscheidungsfreiheit und Dominanz.
Aus dem Proteintrend Kapital schlagen
Lebensmittel- und Getränkeunternehmen reagieren bereits auf die Nachfrage nach Industriegütern. Starbucks hat Protein-Kaltschaum eingeführt, Khloe Kardashian hat Protein-Popcorn auf den Markt gebracht und Chipotle verkauft jetzt hühnerreiche Mahlzeiten. Der Marketing-Vorstoß setzt eine hohe Proteinaufnahme mit müheloser Gesundheit gleich und spielt die Notwendigkeit einer ausgewogenen Ernährung und körperlichen Aktivität herunter.
Das größere Bild
Bei diesem Wandel geht es nicht um Ernährung; es geht um die Optik. Die Regierung möchte Zähigkeit und Aggressivität ausstrahlen, und nichts drückt das besser aus als rohes Steak. Ob der Schritt wirkliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hat, ist zweitrangig gegenüber seinem Wert als politisches Markenzeichen.
Die Betonung des Proteins dient dazu, das umfassendere kulturelle Projekt der Regierung zu stärken: Sie orientiert sich an einer Vision idealisierter Männlichkeit, die stark und körperlich attraktiv ist und sich nahtlos in traditionelle Geschlechterrollen einfügt.






























