Die Führung der Republikaner im Repräsentantenhaus hat einen neuen Gesetzesvorschlag zur erneuten Genehmigung von Abschnitt 702 des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) veröffentlicht. Obwohl der Gesetzentwurf verschiedene Aufsichtsmaßnahmen vorsieht, argumentieren Kritiker, dass er das Kernproblem nicht angeht: die Möglichkeit von Bundesagenten, die Kommunikation von Amerikanern ohne Durchsuchungsbefehl zu durchsuchen – eine Praxis, die ein Bundesgericht letztes Jahr für verfassungswidrig erklärte.
Der vorgeschlagene Gesetzentwurf zielt darauf ab, das umstrittene Überwachungsprogramm um drei Jahre zu verlängern. Dies folgt auf einen gescheiterten Versuch letzte Woche, eine saubere Verlängerung um 18 Monate zu erreichen, der durch eine Revolte innerhalb der Republikanischen Partei vereitelt wurde.
Der Kern der Kontroverse: Abschnitt 702
Abschnitt 702 soll es der Regierung ermöglichen, ausländische Geheimdienstinformationen zu sammeln. Aufgrund dokumentierter Fälle, in denen Bundesagenten die Datenbank zur Überwachung nutzten, ist sie jedoch zu einem Brennpunkt für Bedenken hinsichtlich der Bürgerrechte geworden:
– Demonstranten der Rassengerechtigkeit
– Politische Spender
– Journalisten
– Sitzende Kongressabgeordnete
Jüngste Berichte haben diese Bedenken verstärkt. Beispielsweise enthüllte die „New York Times“, dass FBI-Agenten Bundesdatenbanken nach der Reporterin Elizabeth Williamson durchsuchten, nachdem sie über das Privatleben des FBI-Direktors berichtet hatte. Das Präsidium hat zwar nicht bestätigt, ob in diesem konkreten Fall Abschnitt-702-Daten verwendet wurden, der Vorfall verdeutlicht jedoch die Möglichkeit eines häuslichen Missbrauchs.
Analyse der „neuen“ Aufsichtsmaßnahmen
Der aktuelle Gesetzentwurf führt mehrere Bestimmungen ein, die offenbar die Kontrolle über das FBI verschärfen, doch Analysten gehen davon aus, dass diese Reformen weitgehend kosmetischer Natur sein könnten.
1. Die Aufsichtslücke
Gemäß Abschnitt 2 muss das FBI dem Office of the Director of National Intelligence (ODNI) monatlich Begründungen für Anfragen zu amerikanischen Identifikatoren vorlegen. Diese Verschiebung erfolgt jedoch, nachdem das FBI-eigene Office of Internal Auditing (OIA) geschlossen wurde. Das ODNI-Büro, das diese Rolle übernimmt, verfügt über deutlich weniger Personal, verfügt nicht über Vorladungsbefugnisse und kann unzulässige Anfragen nicht unterdrücken. Darüber hinaus wurden die mit dieser Überprüfung beauftragten Anwälte kürzlich als „freiwillig“ Beschäftigte eingestuft, was bedeutet, dass sie entlassen werden könnten, wenn sie unzulässige Regierungsaktivitäten melden.
2. Die „Absichts“-Lücke
Abschnitt 3 droht FBI-Mitarbeitern mit Gefängnisstrafen wegen „wissentlicher und vorsätzlicher“ Verletzung der Befragungsregeln. Das klingt zwar streng, doch Rechtsexperten weisen darauf hin, dass „Vorsatz“ eine der höchsten Hürden im Strafrecht darstellt. In der Vergangenheit hat das FBI eine strafrechtliche Verfolgung früherer Missbräuche vermieden, indem es diese auf „unzureichende Ausbildung“ oder „unbeabsichtigten Fehler“ zurückführte und damit diesen Standard praktisch umging.
3. Das Etikett „Vierter Verfassungszusatz“.
Am umstrittensten ist vielleicht Abschnitt 4, in dem ausdrücklich die „Anforderungen des vierten Verfassungszusatzes“ erwähnt werden. Kritiker, darunter auch Anhänger der Demokraten, haben dies als „Gesetzgebungsbetrug“ bezeichnet. Sie argumentieren, dass die Überschrift dazu gedacht sei, die Gesetzgeber in die Irre zu führen und glauben zu machen, dass sie verfassungsrechtliche Schutzmaßnahmen erlassen würden, obwohl in dem Abschnitt in Wirklichkeit lediglich Verhaltensweisen wiederholt werden, die bereits rechtswidrig sind.
4. Begrenzte strukturelle Veränderungen
Während Abschnitt 6 die Befugnis, bestimmte Anfragen von FBI-Vorgesetzten zu genehmigen, auf Anwälte überträgt, bleiben diese Anwälte Teil der gefährdeten „nach Belieben“-Belegschaft. Darüber hinaus schreibt Abschnitt 7 eine GAO-Prüfung vor. Da die Prüfung jedoch unverbindlich ist und davon abhängt, dass die Geheimdienste Zugang zu technischen Daten gewähren, bleibt ihre Wirksamkeit ungewiss.
Das politische Schlachtfeld
Der Gesetzentwurf stieß auf beiden Seiten auf scharfe Kritik. Senator Ron Wyden beschrieb die Gesetzgebung als „Stempel“, der echte Transparenz durch „falsche Reformen“ ersetzt.
Innerhalb des Repräsentantenhauses hat sich der Abgeordnete Jim Himes (D-CT) als einer der wichtigsten Unterstützer herausgestellt und verwies auf fehlende Beweise für Missbrauch unter der aktuellen Regierung. Allerdings sieht sich Himes zunehmendem Druck von Wählern ausgesetzt, die ihn beschuldigen, eine unbefugte Überwachung zu ermöglichen.
„Dieser Gesetzentwurf verlangt nur, dass ein paar weitere Beamte der Trump-Regierung ein Kästchen ankreuzen. Das führt immer zu mehr Missbräuchen, nicht zu weniger.“
— Senator Ron Wyden
Fazit
Die vorgeschlagene FISA-Neuautorisierung versucht durch eine Reihe neuer Aufsichtsebenen, nationale Sicherheitsbedürfnisse mit Datenschutzbedenken in Einklang zu bringen. Da der Gesetzentwurf jedoch keine Durchsuchungspflicht vorschreibt und die Unabhängigkeit des Aufsichtspersonals schwächt, kann er letztendlich dazu führen, dass genau die Überwachungsmissbräuche erhalten bleiben, die er angeblich regulieren soll.






























