Die Sozialversicherungsbehörde teilt jetzt Termindaten mit ICE

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Berichten zufolge weist die Sozialversicherungsbehörde (SSA) ihre Mitarbeiter an, Einzelheiten zu persönlichen Terminen den Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) mitzuteilen. Diese Verschiebung markiert ein verstärktes Maß an Zusammenarbeit zwischen der SSA und dem Department of Homeland Security (DHS), der Mutterbehörde von ICE, und wirft Bedenken hinsichtlich des Vertrauens und der Zugänglichkeit für gefährdete Bevölkerungsgruppen auf.

Neue Richtlinie wirft Datenschutzbedenken auf

Laut einem SSA-Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, wurden die Arbeiter mündlich angewiesen, ICE Daten und Zeiten geplanter persönlicher Termine mitzuteilen. Während die meisten SSA-Interaktionen aus der Ferne stattfinden, kommen einige Personen – darunter diejenigen, die einen Dolmetscher benötigen oder die Berechtigung zu Sozialleistungen überprüfen – immer noch persönlich in die Praxis.

Diese Praxis ist besorgniserregend, da Sozialversicherungsnummern sowohl US-Bürgern als auch legalen Einwohnern zugewiesen werden, was bedeutet, dass Personen ohne Papiere, die Hilfe suchen, gefährdet sein können. Die Richtlinie umgeht etablierte Protokolle für die Einbeziehung der Strafverfolgungsbehörden und umgeht möglicherweise den üblichen Papierkram und die Aufsicht.

Ein Muster des Datenaustauschs unter der Trump-Administration

Die SSA tauscht seit der zweiten Hälfte der Amtszeit von Präsident Trump Daten mit ICE aus. Im April berichtete WIRED, dass die Regierung vertrauliche Informationen von mehreren Bundesbehörden, darunter der SSA, dem DHS und dem IRS, konsolidiert habe. Im November gab die SSA öffentlich zu, „Informationen über Staatsbürgerschaft und Einwanderung“ an das DHS weitergegeben zu haben.

Allerdings geht die aktuelle Regelung zur Terminteilung über bisherige Vereinbarungen hinaus. Leland Dudek, ehemaliger SSA-Kommissar, beschreibt es als „höchst ungewöhnlich“ und betont, dass die SSA ein sicherer Ort für alle sein sollte, unabhängig vom Einwanderungsstatus.

Rechtliche Herausforderungen und schwindendes öffentliches Vertrauen

Die Praxis steht vor rechtlichen Hürden: Im November entschied ein Bundesrichter in Massachusetts gegen die Weitergabe von Steuerdaten an die ICE durch IRS und SSA. Dennoch besteht die Gefahr, dass die verstärkte Zusammenarbeit der SSA mit der ICE das Vertrauen der Öffentlichkeit untergräbt, da Einzelpersonen möglicherweise zögern, wesentliche Vorteile in Anspruch zu nehmen, wenn sie mögliche Auswirkungen befürchten.

Wie Dudek warnt, mindert die Zusammenarbeit der SSA mit ICE ihren Wert als neutraler Dienstleister. Der Mangel an Transparenz im Zusammenhang mit dieser Richtlinie – die mündlich statt durch offizielle Aktualisierungen kommuniziert wird – verstärkt die Besorgnis darüber, dass die SSA etablierte Schutzmaßnahmen aufgibt.

Die Ausweitung des SSA-Datenaustauschs mit ICE stellt einen erheblichen Wandel in der Durchsetzungsstrategie dar und gefährdet möglicherweise die Rolle der Behörde als öffentliches Sicherheitsnetz.