Im Jahr 2021 funktioniert die Rechnung nicht mehr. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gibt die Sozialversicherungsbehörde mehr Geld aus, als sie aus der Lohnsteuer einnimmt. Das Programm musste auf seine Reservefonds zurückgreifen, nur um die Schecks in Bewegung zu halten. Es ist kein plötzlicher Zusammenbruch. Es handelt sich um eine langsame Blutung, die durch zwei unterschiedliche Kräfte verursacht wird.
Eine alternde Bevölkerung ist der offensichtliche Schuldige. Immer mehr Menschen leben länger und beziehen länger Leistungen. Weniger Arbeitnehmer unterstützen jeden Rentner. Aber es gibt noch ein ruhigeres, strukturelles Problem. Steigende Einkommensungleichheit hat die Art und Weise verändert, wie das System finanziert wird.
Die Sozialversicherungssteuer ist nicht pauschal. Es gilt nur für Einkünfte bis zu einer bestimmten Obergrenze. Im Jahr 2024 beträgt diese Obergrenze 168.600 US-Dollar. Alles, was darüber hinausgeht, ist für Zwecke der Sozialversicherung steuerfrei. Wenn die Löhne steigen, konzentrieren sie sich tendenziell an der Spitze. Die Reichen verdienen einen größeren Teil des gesamten Volkseinkommens. Dieses zusätzliche Einkommen entfällt vollständig der Lohnsteuer.
Das bedeutet, dass ein immer kleiner werdender Anteil des Gesamtlohns tatsächlich der Steuer unterliegt. Das System verliert Einnahmen. Die Kluft wird größer.
Das Cap-Problem erklärt
Die steuerpflichtige Lohnbasis ist hier der Schlüsselmechanismus. Wenn Sie 80.000 US-Dollar verdienen, zahlen Sie für jeden Dollar die volle Sozialversicherungssteuer. Wenn Sie 5 Millionen Dollar verdienen, zahlen Sie nur die ersten 168.600 Dollar. Der Rest ist befreit.
Dadurch entsteht eine Ungleichheit. Gutverdiener zahlen einen niedrigeren effektiven Steuersatz auf ihr Gesamteinkommen als Arbeitnehmer mit mittlerem Einkommen. Da sich die Wirtschaft in Richtung höherer Löhne für das oberste Perzentil verlagert, schrumpft der gesamte Finanzierungspool im Verhältnis zur Größe der Wirtschaft. Das Programm sammelt weniger. Es muss weiterhin die gleichen Leistungen auszahlen.
Wer trägt die Last?
Der Reservefonds fungiert als Puffer. Es handelt sich um einen Treuhandfonds, der in Jahren aufgebaut wurde, in denen das System einen Überschuss erzielte. Diese Reserven werden derzeit zur Deckung des Defizits abgerufen. Dies ist kein theoretisches Risiko. Es passiert jetzt.
Das Congressional Budget Office und die Social Security Trustees verfolgen dies genau. Sie gehen davon aus, dass der Treuhandfonds Mitte der 2030er Jahre erschöpft sein könnte, wenn keine Änderungen vorgenommen werden. Erschöpfung bedeutet nicht Bankrott. Das bedeutet, dass das Programm nur über genügend Steuereinnahmen verfügt, um etwa 75–80 % der versprochenen Leistungen zu zahlen.
Aber im Moment befinden wir uns in der Drawdown-Phase. Das System nimmt Kredite von seinem eigenen Sparkonto auf.
Die versteckte Steuer der Ungleichheit
Die zunehmende Ungleichheit ist nicht nur ein soziales Problem. Es handelt sich um eine steuerliche Angelegenheit der Sozialversicherung. Wenn die Einkommenskonzentration zunimmt, sinkt die Steuerbemessungsgrundlage im Verhältnis zum gesamten BIP. Dies verringert die Fähigkeit des Programms, sich selbst zu finanzieren.
Die politischen Entscheidungsträger haben über eine Anhebung der Obergrenze debattiert. Einige argumentieren, es würde die Progressivität wiederherstellen. Andere behaupten, es würde Gutverdienern schaden und die Arbeitsanreize verringern. Die Debatte ist politisch. Die Mathematik ist einfach. Wenn die Steuerbemessungsgrundlage nicht mit dem Lohn wächst, verliert das Programm an Boden.
Die Reserven sind endlich. Sie dienen der Deckung eines strukturellen Defizits. Die Frage ist nicht, ob das Programm mit einem Defizit konfrontiert sein wird. Auf diese Weise schließen wir die Lücke, bevor die Reserven erschöpft sind.























